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Bed-Sharing & Co-Sleeping

Wie sicher ist es, mit deinem Baby in einem Bett zu schlafen?

Ist das Familienbett sicher und okay?

Ich finde es bereits bemerkenswert, dass wir uns diese Frage überhaupt stellen. Denn die Art und Weise, wie wir Menschen schlafen, und wo wir unsere Kinder betten, ist direkt mit dem gesellschaftlichen Kontext verknüpft, in dem wir leben.
An anderen Orten unserer Welt, gibt es diese Frage nicht - dafür vielleicht andere.

Die große Angst vor SIDS

Mit den Zweifeln zum Familienbett geht meistens die große Angst vor dem Plötzlichen Säuglingstod (Sudden Death Infant Syndrom = SIDS) einher.
Seit Jahrzehnten wird an diesem fürchterlichen Phänomen geforscht. Längst sind nicht alle Faktoren verstanden. Doch zwei Dinge lassen sich zum jetztigen Stand festhalten:

1. bei den Studien der Vergangenheit wurden Aspekte wie 

  • der soziale Status, 
  • das Zusammenspiel mit Drogen und/oder Medikamenten, 
  • der Schlafplatz, 
  • die Häufigkeit des gemeinsamen Schlafens und 
  • die Frage, ob das Kind gestillt ist oder nicht, unberücksichtigt gelassen.

Daraus ergab sich damals die Empfehlung, möglichst nicht im selben Bett zu schlafen.

2. der sicherste Schlafplatz für ein gesundes Kind ist bei seiner gesunden, stillenden Mutter.

Es gibt einige Aspekte, die in Bezug auf die Schlafumgebung zu berücksichtigen sind, um das gemeinsame Schlafen "sicher" zu gestalten. Und die sind fast allen Eltern auch bekannt: keine flauschigen Unterlagen, statt dessen feste Matratzen, eine absolut rauchfreie Schlafumgebung, keine Ritzen oder Spalten, in die das Baby rutschen kann, Mutter bleibt ohne bewusstseinsverändernde Substanzen, Raumklima ist tendenziell kühl und gut belüftet, das Baby schläft in Rückenlage, nicht-gestillten Babys sollte an Schnuller angeboten werden, mindestens bis zum 1. Geburtstag soll das Kind im Zimmer der Eltern schlafen. 
That´s it.

Verwöhnen wir unser Kind?

Viele Eltern kennen folgende Situation:

Unbeteiligter Mensch fragt: "Was, euer Kind schläft in eurem Bett?

…voll verwöhnt

…kleiner Tyrann

…so wird es nie selbstständig

…habt ihr keinen Sex?

…das ist gefährlich

…na euer Baby hat euch ja gut im Griff

…and so on.

An all diesen Vorurteilen bleibt überhaupt nichts dran, wenn wir ernsthaft und liebevoll hinschauen.

  • Babys und Kinder sind auf Nähe angewiesen - und ein jedes lebt dies auf seine eigenen Weise.
  • Je eher das Kind zum Schlafen gegen seinen Willen allein gelassen wird, desto "unselbstständiger" wird es wahrscheinlich werden.
  • Kein Baby möchte seinen Eltern im Griff haben, sondern sich in seinem Nest sicher fühlen
  • Ob und welche Art von Sex ihr habt, geht niemanden etwas an.


Und, hier kommt ein ultimatives Argument: wir Erwachsenen (zumindest die allermeisten) schlafen super gerne bei ihre*r Partner*in.
Stell dir vor, du möchtest dich abends ins gemeinsame Bett kuscheln, wirst dann aber von deine*r Partner*in auf den Arm genommen, in ein anderes Zimmer getragen und mit einem "so mein Schatz, dann schlaf jetzt schön" liegengelassen. Ist wahrscheinlich nur so mittelgut.

Das Familienbett ist nicht zuletzt eine Gefühlsentscheidung

Als Eltern werdet ihr einen eigenen Umgang mit dem Schlaf finden. 
Dies wird sicher auch davon abhängig sein, mit welchem Temperament und mit welcher Bedürfnisstärke euer Kind ausgestattet sein wird.

Falls ihr mehr zum Babyschlaf, zum Familienbett und Aspekten zu Bindung und Schlafentwicklung hören möchtet, kommt doch demnächst zu einem meiner Workshops.

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Links zu weiteren Quellen

Bedsharing & Breastfeeding

Ein toller und super aktueller Artikel auf still-lexikon.de, in dem die Ergebnisse zum "breastsleeping" dargestellt werden. Echt empfehlenswert!

moderner Klassiker: 

Herbert Renz-Polster klärt in seinem einfach zu lesendem und ausgesprochen klugem Blog-Artikel über die Faktoren zum Plötzlichen Kindstod auf - und nimmt dabei vor allem das Schlafen im gemeinsamen Bett unter die Lupe. Denn vor einigen Jahren haben zwei Studien dazu äußerst konträge Ergebnisse geliefert - und er ordnet diese Ergebnisse für uns ein. 

Gibt es SIDS überhaupt?

Dieser ja schon recht provokanten Frage geht Danielle Graf, Autorin vonz.B. "Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn" nach. Ihr Beitrag ist gespickt mit Quellen und teils recht komplexen Zahlenspielen, find ich aber trotzdem (oder gerade deshalb) echt interessant. Etwas zugespitzt formuliert ist ihre These: Wenn ein Kind im Bett unter einer Decke erstickt ist, ist es erstickt - und nicht an SIDS gestorben.